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Plötzlich veränderte Wetterbedingungen (im Dezember)

von contemp (Kommentare: 1)

Situation

Im Dezember flogen wir mit zwei MTO -jeweils solo- als Lokal-Rundflug: u.a. EDSN, Sulz am Neckar, EDTW, EDTD usw.


Zuvor führten wir, wie üblich, unsere Flugplanung einschließlich der Wetterdaten durch. Laut DWD war bereits ersichtlich, dass im Norden schlechte Sichtbedingungen mit Niederschlag herrschten; im Süden jedoch sehr gute Sichtweite. Nach der Zwischenlandung in Sulz am Neckar konnten wir dies vor Ort mit Blick in die jeweilige Himmelsrichtung bestätigen, jedoch -so dachten wir- ohne Auswirkung für uns.


Nach einer weiteren Pause in EDTD (ca. 30min) begann es plötzlich leicht zu regnen. In der Luft stellte ich fest, dass aufgrund von starkem Regen und Schneefall ein Rückflug nach Sulz (Richtung Norden) mangels Sicht unmöglich war. Ich beschloss daher kein Risiko einzugehen und mit meinem Kollegen am Rande der Wetterfront östlich Richtung EDSN weiterzufliegen und dort zu landen.

Ursache

Bereits bei der Flugplanung war lt. GAFOR und Radarbild eine Wetterfront vorhersehbar, die von Norden Richtung Süden zog. Dabei wurde die Zugrichtung und Geschwindigkeit der Schlechtwetterfront für den Zeitraum des geplanten Fluges unterschätzt. Der erste Teil der Route führte vom schlechten Wetter weg, was das Einschätzen der tatsächlichen Wettersituation erschwerte. Der Rückflug zum Heimatflugplatz und damit zum schlechten Wetter hin wurde ohne Wetterupdate nach längerer Flugphase durchgeführt und führte so zur unangenehmen Überraschung.

Gefahr

Unbeabsichtigter Einflug in schlechtes Wetter mit niedrigen Sichten, tiefen Wolken und Niederschlag bei tiefen Temperaturen. Dadurch Gefahr des Sichtverlustes, starke Schwingungen am Rotor und Auftriebsverlust durch plötzliche Vereisung aufgrund gefrierenden Niederschlags oder Schnee. Im Falle einer Sicherheitslandung zur dieser Jahreszeit besteht erhöhte Gefahr durch gefrorenen Boden oder Schneebelag. Ebenso sind viele Flugplätze nicht in Betrieb und daher deren Pisten nicht geräumt.

Lessons learned

Gerade im Winter sind die Wetterbedingungen meist schlechter.
Ein genaueres Prüfen des Wetterverlaufes (bspw. GAFOR od. Radarbild) im Rahmen der Flugvorbereitung sowie ein nochmaliges Überprüfen der Wetterbedingungen und -Verlauf bei den Zwischenlandungen hätte die Veränderung frühzeitig deutlich gemacht --> auch bei Lokalflug!!

Dank Rückfahrt mit meinem Kollegen via PKW bin ich gut zu Hause angekommen - vielen Dank an R. :-)

Fragen zur Situation gerne an Stephan L.

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Kommentar von Kommentar der Schule |

1. Es ist immer sicherer zum schlechten Wetter hin zu fliegen, da man wieder in die bessere Wettersituation umkehren kann.
2. Die Vorhersageberichte (Textform) des DWD geben oft einen groben Überblick über die Wetterentwicklung des herrschenden Tages (auch für die nächsten drei Folgetage bei längeren Touren) und vereinfachen das Einschätzen der zu erwartenden Wettersituation. Achtet genauso auf die Gebietswarnungen im GAFOR, insbersondere beschreiben die Zusätze localy (25 -50% des betroffenen Gebietes) und frequent (50 - 75%) den Anteil des betroffenen Gebietes und lassen so abschätzen, ob ein Umfliegen der Situation wahrscheinlich ist oder nicht.
3. Flugplätze mit gutem Service haben immer einen Flugvorbereitungsraum mit Möglichkeiten die Wettervorhersage upzudaten. Nutz diesen Service! Dafür ist er da.

Und zu guter letzt: Gute Entscheidung, den Heimflug frühzeitig abzubrechen und dem Kollegen zum Ausweichflugplatz zu folgen!

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